Kickboxen: Von der Schulbank gemeinsam ins Dojo

Nachdem wir zugegebenermaßen doch sehr viel über Karate und Kobudo berichten, freuen wir uns umso mehr, dass heute mal das Thema Kickboxen ganz oben auf der Agenda steht und wir über zwei unserer langjährigen Mitglieder berichten dürfen.

Dennis Flad und Dennis Grüneberg lernen sich während der Schulzeit kennen, als Dennis G. nach der 7. Klasse auf die Realschule wechselt. Er beschreibt, dass er dort sehr schnell in einen engeren Freundeskreis integriert wurde, der teilweise auch heute noch in der Form besteht. Gemeinsam online zocken, am Wochenende wann immer möglich bei Dennis F. übernachten und zu jeder Gelegenheit via „Skype“ telefonieren: So in etwa sah wohl ihr Alltag aus – neben der Schule, versteht sich. Und auch wenn man sie nicht so wirklich gut kennt: Wer Dennis F., seine Schwester und auch seine Mama Valentina mal ein wenig erleben durfte, der wäre wohl damals auch direkt zur Übernachtungsparty mitgegangen. Alle drei machen wirklich einen sehr herzlichen Eindruck. 

Auch Dennis G. beschreibt seinen Freund auf diese Weise „Mit Dennis ist es einfach befreundet zu sein. Man weiß immer woran man bei ihm ist, kann sich auf ihn verlassen und es gab eigentlich noch nie irgendein Drama. Er ist einfach sehr herzlich, offen und ehrlich, sowohl beim Sport als auch privat.“

Noch während ihrer Realschulzeit kommt dann wohl die Schwester von Dennis F. auf die Idee, sich mal mit dem Thema Kampfsport zu befassen. „Vicky“ war es auch, die ihren damals noch recht unsportlichen Bruder dann ermuntert hat, ebenfalls mal beim Training im KBK reinzuschnuppern. Und wie es im Leben eben manchmal so läuft, fragt er in seinem näheren Umfeld nach weiteren Interessenten und bringt schlußendlich seinen Freund Dennis G. gleich mal mit.

„Im allerersten Training wurden Dennis und ich von Roland sofort für ein Sparring gegenübergestellt. Mit 0 Kontrolle und minimalster Einführung, wie man einen sauberen Schlag setzt wurden wir einfach in den Ring geschmissen. Werds nicht vergessen, wie wir beide Sterne gesehen haben auf dem Heimweg nach dem Training. Alles hat gesessen, nur nicht unsere Deckung.“ berichtet Dennis F. von seinem Start beim KBK.

Dennis F. hatte bereits im Alter von etwa 8 Jahren erste Experimente im Karate Training gewagt. Für ihn war es damals allerdings noch zu früh, wie er heute findet. „Ich habs erst wieder für eine Weile aufgenommen, als ich Lukas im Kindertraining unterstützen sollte. Das lief dann deutlich besser und hat auch Spaß gemacht. Man lernt außerdem viele Dinge expliziter, die im Kickboxen auf den ersten Blick nicht so offensichtlich sind.“

Dennis G. hatte zuvor schon so einige Sportarten ausprobiert. Aber beim KBK scheint es dann wohl, wie bei vielen unserer Vereinsmitglieder, so richtig Klick gemacht zu haben. 

Anfangs hat er sich auch im Karate versucht, konnte sich aber nicht so recht fürs Kata laufen erwärmen. Die Dynamik während dem Kämpfen gefiel ihm doch sehr viel besser und so blieb er bis heute dem KBK und dem Kickboxen treu.

Ich „mochte einfach immer schon die Körperkontrolle die man dabei lernt, den Respekt untereinander und auch die Gemeinschaft die speziell bei uns im Verein existiert. Finde gerade beim Kampfsport kann man auch viel an sich selbst arbeiten und sich auch menschlich weiterentwickeln.“

Im März 2014 sind dann beide gemeinsam zur Gelbgurt Prüfung angetreten. 12 Jahre ist das jetzt her. Ein Weg, den sie größtenteils gemeinsam gegangen sind. Dennis Grüneberg musste aufgrund seines Bachelor-Studiums in Tübingen für einige Jahre dem Training entsagen. Der Freundschaft zwischen den beiden hat diese Distanz aber keinerlei Schaden zugefügt. Eher das Gegenteil war der Fall.

Auf die Frage, was Dennis F. an seinem Freund besonders schätzt, findet er ziemlich deutliche Worte:

„So lange wie man sich kennt ists schwer alles aufzulisten. Aber wenn ich ein paar Dinge nennen müsste, wäre es die Bedingungslosigkeit unserer Freundschaft, bei der weder die Distanz eine Rolle gespielt hat, als er für eine Weile weggezogen ist, noch die allgemeine Lebenssituation. Freunde haben bei ihm immer einen Platz im Alltag und er tut wirklich viel für die Menschen, die ihm nahe stehen. Oft mehr, als man zurückgeben kann. Das man sich auf ihn verlassen kann hat er oftmals bewiesen und das gleiche möchte man ihm zurückgeben.“

Nach derart wunderschönen, warmen Worten ist es nicht ganz einfach, die Kurve zurück zum eigentlichen Anlass dieses Artikels zu nehmen. Aber wir müssen, denn es gibt Großartiges zu berichten.

Dennis & Dennis sind mittlerweile beide langjährige und sehr wertvolle Mitglieder in unserem Verein, die sich im Training und auch bei Vereinsaktivitäten enorm einbringen und immer ein offenes Ohr für alle haben.

Dass beide neben der Zockerei auch richtig gut kämpfen können, war bereits allseits bekannt. Und deswegen mussten sie am 16.07.2026 nun auch auf anderen Gebieten brillieren. 

Dieses Mal ging es im Dojo nicht nur um die korrekte Ausführung der Techniken, sondern so richtig ins Detail. Neben ein paar wenigen Zuschauern waren es unser Sensei Georg Groß und Meister Roland Beck, die einen ausgiebigen Plan dabei hatten um sich davon zu überzeugen, dass sie den Kampfsport wirklich verstanden haben.

Da wurde ein „normaler“ Faustschlag zu einer komplexen Bewegung mit ganz viel Bedeutung. Es wurde über die allgemeine Trainingsgestaltung sowie die Gefahren im Kampfsport-Training gesprochen und wie man diese als Trainer rechtzeitig erkennt und vermeidet. Sie mussten sich mit entsprechenden Techniken der Selbstverteidigung gegen Schläge, Griffe, Messer und einen Stock behaupten und erklären was funktioniert, was nicht und warum. Denn das Ziel dieser Zusammenkunft war sicherzustellen, dass sie ihr umfangreiches Wissen auf dem gleichen hohen Niveau weitergeben können, wie sie es im KBK vermittelt bekommen haben.

Schlussendlich durften sie dann doch nochmal so richtig ran. Denn Kickboxen macht neben der ganzen Theorie ja vor allem auch der Freikampf aus. In verschiedenen Konstellationen durften sie hier noch einmal präsentieren, was sie in den letzten Jahren gelernt haben. Und an dieser Stelle möchten wir einen ganz expliziten Dank an unseren Lukas Wagner aussprechen, der mit all seiner Energie und seinem Können sicherstellen wollte, dass die beiden ihre Auszeichnung auch wirklich verdient haben.

Und jetzt lösen wir endlich auf, worauf wir hier Wort für Wort hingearbeitet haben: 

Dennis & Dennis – HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH zum 1. DAN im Kickboxen. 

Für uns im KBK ein absolutes Novum, die allererste DAN Prüfung im Dojo. Und deswegen freuen wir uns wirklich sehr für Euch und für den Verein.

Wir bedanken uns an dieser Stelle bei allen, die Euch bis hierher begleitet haben. Bei unserem Sensei Georg Groß, der selbst Träger des 1. DAN im Kickboxen ist und bei Meister Roland Beck, welcher maßgeblich an der Ausbildung der beiden beteiligt war. Durch Euch beide ist diese Prüfung überhaupt erst möglich geworden. Und natürlich wollen wir auch Tobi nicht vergessen, der mittlerweile das Training im Kickboxen am Dienstag leitet.

Wie sich das jetzt wohl anfühlt, DAN Träger zu sein?

„Sind doch echt große Schuhe. Auf dem Weg zum Schwarzgurt hat man immer ein gewisses Bild vom Können, das jemand an diesem Punkt haben muss und jetzt, wo man an diesem Punkt ist fragt man sich natürlich, ob man dieses Bild auch ausfüllt.“

Beide empfinden diese Prüfung als Meilenstein und spüren doch gleichzeitig einen gewissen Druck, der damit einhergeht. Man möchte diesem Titel ja auch gerecht werden.

So ein Schwarzgurt ist ein Symbol – nicht nur für körperliche Fähigkeiten, Disziplin und Ausdauer, sondern vor allem auch für den Beginn der eigentlichen Reise in die Tiefen der Kampfkunst. Und deswegen ist es ein gutes Zeichen, wenn sich beide darüber Gedanken machen. Es zeigt, dass ihr Weg hier nicht enden wird.

Wer jetzt aber denkt, die beiden wären mit dem Alter und dem Schwarzgurt vernünftiger geworden – Nö! Die Zockerei und die Telefoniererei findet heute noch genauso statt. Aber wie wir von Dennis G. gelernt haben, nutzt man wohl mittlerweile Discord statt Skype. Nunja, es soll InformatikerInnen geben, die sowas nicht wissen. Schon bissle peinlich.

Aber gut, man kann halt nicht alles wissen. Was wir jetzt aber sicher wissen:

Unterschätze niemals einen Hobbit … könnte ein Schwarzgurt sein.