Shotokan Karate

Wie bereits unter dem Punkt Die Geschichte des Karate erläutert, entstand Karate auf der Insel Okinawa aus der Kampfkunst ‚Te‘ (Tang-Te = Chinesische Hand). Diese wiederum erfuhr durch zahlreiche verschiedene Einflüsse in den Wirtschaftszentren Naha, Shuri und Tomari unterschiedliche Weiterentwicklungen, wodurch die drei Vorläufer des Karate, das sogenannte Naha-Te, Shuri-Te und Tomari-Te entstanden. Aus diesen Kampfstilen wiederum entwickelten sich im Laufe der Jahre die heute am weitesten verbreiteten Stilrichtungen im Karate-Do. So kann beispielsweise das Goju-Ryu Karate auf das Naha-Te zurückgeführt werden. Die Stilrichtung Shitu-Ryu hingegen vereint die Prinzipien des Shuri-Te und des Naha-Te und das Shotokan entsprang aus den Techniken und Lehransätzen des Shuri-Te. Diese drei Stilrichtungen sind zusammen mit dem Wado-Ryu die einzigen, die heutzutage von der WKF (World Karate Federation) und der EKF (European Karate Federation) offiziell anerkannt sind.

Wie genau wurde allerdings aus dem ‘Shuri-Te‘, welches seinerzeit bei Überfällen rein dem Überleben diente, die Stilrichtung Shotokan Karate, wie sie heute in unserem Dojo unterrichtet wird? Den Grundstein hierfür legte der junge Karate-Meister Gichin Funakoshi im Jahre 1902, als er einigen Verwaltungsbeamten während einer öffentlichen Darbietung seiner technischen Fertigkeiten im ‘Shuri-Te‘ und durch seine außerordentlich guten koordinativen und konditionellen Fähigkeiten aufgefallen war und das ‘Te‘ infolgedessen auf Okinawa als Schulsport eingeführt wurde. Der Blick ging sehr schnell weg von dem Zeil sich Verteidigen zu können. Viel mehr wurde erkannt, dass durch das Karate sowohl die körperliche Fitness als auch die Konzentration stark verbessert werden kann, was wiederum auch Auswirkungen auf die gesamte schulische Leistung hat. Im Jahre 1917 kam Gichin Funakoshi auf Wunsch der Regierung zum ersten Mal nach Japan, um seine Kampfkunst zu demonstrieren, wodurch das ‘Te‘ innerhalb kürzester Zeit einen großen Aufschwung erfuhr. 1922 sollte er schließlich seine Kampfkunst im Kodokan, der Geburtsstätte des Judo, in Tokio demonstrieren. Das nach wie vor große Interesse an Funakoshis Kampfkunst ermöglichte es ihm schließlich sein eigenes Dojo zu gründen, was ihn auch dazu veranlasste sich deutlich von den ursprünglichen Einflüssen aus China, dem ‘Tang-Te‘ zu distanzieren. Aus diesem Grund fügte er dem Namen ‘Te‘, wie es auf Okinawa meist nur genannt wurde, die japanischen Schriftzeichen ‘Kara‘ und ‘DO‘ hinzu, wodurch schließlich der Begriff des Karate-Do (Der Weg der leeren Hand) entstand. Darüber hinaus beinhalteten diese beiden Schriftzeichen auch den philosophischen Gedanken und den Gedanken der lebenslangen geistigen und charakterlichen Entwicklung, den seine Kampfkunst inzwischen vermitteln sollte. Zwar gefiel dies einigen anderen Meistern des ‘Te‘ zunächst nicht, jedoch übernahmen nach und nach immer mehr Te-Meister den Begriff Karate-Do für ihre eigene Kampfkunst.

Neben der Verbreitung des Karate-Do arbeitete Funakoshi als angesehener Kalligraf und Schriftsteller, welcher seine Werke unter dem Künstlernamen ‘Shoto‘ publizierte. Als einige seiner erfolgreichen und einflussreichen Schüler ein Dojo erbauten, um ihren Meister zu ehren, nannten sie diese Trainingsstätte ‚‘Shotokan‘, was übersetzt so viel wie ‘die Halle des Shoto‘ bedeutet. Dieser Name wurde fortan auch als Name für seine Karatestilrichtung verwendet, welche heutzutage die am weitesten verbreitete Stilrichtung im Karate ist.

Shotokan Katas

Im Shotokan werden 31 verschiedene Katas gelehrt. Jedoch sind nicht alle davon entsprechend der DKV Prüfungsordnung auch prüfungsrelevant. Einige werden sogar kaum noch unterrichtet.

Kata prüfungsrelevant ab Anmerkungen
 Taikyoku Shodan 9. Kyū (weiß)  
Taikyoku Nidan nicht prüfungsrelevant wird eher selten unterrichtet!
Taikyoku Sandan nicht prüfungsrelevant  
Taikyoku Yondan nicht prüfungsrelevant wird eher selten unterrichtet!
Taikyoku Godan nicht prüfungsrelevant wird eher selten unterrichtet!
Heian Shodan 8. Kyū (gelb)  
Heian Nidan 7. Kyū (orange)  
Heian Sandan 6. Kyū (grün)  
Heian Yondan 5. Kyū (blau I)  
Heian Godan 4. Kyū (blau II)  
Tekki Shodan 3. Kyū (braun I)  
Jion 2. Kyū (braun II)  
Kanku Dai 1. Kyū (braun III)  
Bassai Dai 1. DAN (schwarz)  
Kanku Sho 2. DAN (schwarz)  
Enpi 2. DAN (schwarz)  
Gojushiho Sho 2. DAN (schwarz)  
Gankaku 2. DAN (schwarz)  
Bassai Sho 3. DAN (schwarz)  
Sochin 3. DAN (schwarz)  
Nijushiho 3. DAN (schwarz)  
Chinte 3. DAN (schwarz)  
Gojushiho Dai 3. DAN (schwarz)  
Tekki Nidan 4. DAN (schwarz)  
Tekki Sandan 4. DAN (schwarz)  
Jitte 4. DAN (schwarz)  
Hangetsu 4. DAN (schwarz)  
Ji`in 4. DAN (schwarz)  
Meikyo 4. DAN (schwarz)  
Unsu ab 5. DAN (schwarz)  
Wankan ab 5. DAN (schwarz)